Heute ist Montag. „Montag ist Melanie-Tag!“ hat mal ein Kind im Morgenkreis der Kindergruppe auf die Frage nach dem Wochentag geantwortet.
An so einem Melanie-Tag komme ich am Nachmittag in die Kindergruppe zum Malkurs „Kritzelkratzel und Farbexplosion“ – der Name ist Programm 🙂
Neugierige Kinder kommen mir schon beim Eingang entgegen und begrĂŒĂŸen mich mit einem breiten Grinsen, einem freudigen Juchzen und der Frage: „Was hast du heute mitgebracht?“. Denn ich bringe immer ein bestimmtes Material zum Experimentieren mit, das wissen sie schon genau. Es gibt immer eifrige Kinder, die mir helfen, das Malervlies als Bodenschutz aufzubreiten, das Papier aufzulegen und die Malkittel bereitzulegen. Dann kommen auch schon die externen TeilnehmerInnen, die nicht in der Kindergruppe sind, begleitet von ihrer Mama oder ihrem Papa.
Wenn jedes Kind sich einen Platz vorm Papier ausgesucht hat und der Malkittel angezogen ist, gehts los.
Und hier ein paar Blitzlichter aus dem Kinderatelier-Alltag:
(sÀmtliche Namen sind geÀndert)

Emma (2,5 Jahre)  und Mia (2,5 Jahre)  ziehen sich am Anfang gleich mal ihre Hosen und Strumpfhosen aus, sie gehen ĂŒber das Malervlies und entdecken einige feuchte Stellen, an denen Wasser ausgeleert war. Schritt fĂŒr Schritt kommentieren sie „Nass“…“Trocken“ ….“auch Nass“….. Dann entdecken sie die Pinsel unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe und beginnen sich gegenseitig an den Zehen zu kitzeln. Sie bemerken, dass der eine Pinsel besonders weich ist und der andere etwas steifer und hĂ€rter.

Ich habe Pastellkreiden mitgebracht und Luisa (2 Jahre) verbringt fast die HĂ€lfte der Zeit damit, die Kreiden von ihrer PapierhĂŒlle zu befreien. Sie nimmt jede Kreide in die Hand, spĂŒrt, ob die Kreide „mit“ oder „ohne“ Papier ist und beginnt mit hingebungsvoll, die PapierhĂŒlle runterzuzupfen. Am Ende sind alle Kreiden „ohne“ und sie beginnt zu malen.

Max (2 Jahre) taucht seinen Finger erst zaghaft in die Fingerfarbe, dann wird er immer mutiger, bis seine ganze Hand mit Farbe bedeckt ist. Freudig streckt er seiner Mama die bunte Hand entgegen und klatscht sie dann aufs Papier, immer wieder, bis die Spuren fast nicht mehr zu sehen sind.

Anja (3) liebt es, mit beiden HĂ€nden bunte Rasierschaumfarbe aus der SchĂŒssel zu holen und minutenlang zwischen den Fingern zu verreiben, in die HĂ€nde zu klatschen und sich daran zu erfreuen, wie die feinen SchaumblĂ€schen auf dem Papier landen.

Ich bringe Äste, SchneckenhĂ€user, Muscheln, Zapfen und BlĂ€tter mit, die die Kinder in den weichen Ton drĂŒcken können. Julia (2,5) greift jedes Ding ganz behutsam an, riecht wie selbstverstĂ€ndlich daran und legt es wieder zurĂŒck. Hart, weich, rauh, glatt, .. all diese Wörter werden be-griffen.

Luis (3 Jahre) liebt Wasserspiele ĂŒber alles. Den Schwamm ins Wasser zu tauchen und ĂŒber dem Seidenpapier am Blatt vor ihm auszudrĂŒcken, zu sehen, wie sich kleine FarbflĂŒsse bilden und diese durch Heben des Blattes weiterwandern, löst regelmĂ€ĂŸig Freudentöne aus.

Am Ende zupft Magda (2) an ihrem Malkittel, ruft „Aus! HĂ€nde wassen“ und lĂ€uft zum Waschbecken. Es hat die perfekte Höhe fĂŒr die kleinen KĂŒnstlerInnen und alle HĂ€nde – und oft auch Gesicht und FĂŒĂŸe werden gewaschen.
Und in den meisten Familien ist der Montag auch Badewannentag, um auch die letzten hartnÀckigen Farbspuren zu entfernen ;-).

liebe GrĂŒĂŸe
Melanie Mezera